|
Talocan !!!
Auf dem Weg durch den Afrikanischen Themenbereich musste ich plötzlich stoppen, eine Kluft tat sich vor mir auf. Heiße Flammen und unbändiges Wasser in Mischung mit bedrohlicher Akustik umgaben mich plötzlich. Dort sah ich es das erste Mal, die Offenbarung. Dort werden die Sinne außer Kraft gesetzt. Ich schaute mir das Spektakel von unten aus an, aus sicherer Entfernung, und was ich dort sah, reichte mir eigentlich, 38 Menschen auf 2 Sitzreihen im mehrfachen Überschlag zu sehen Doch ich will es selber mal ausprobieren. Also, todesmutig wie ich nun mal bin begebe ich mich zum Eingang; es geht durch einen sehr schönen, liebevoll gestalteten Wartebereich, bin erstaunt darüber das die Wartezeit so gering ist, der Park war relativ voll, nach ca. 15 min. bin ich schon dran. Man landet in einer Art Weinkeller. Dort wartet man einen kurzen Moment, dann öffnen sich Türen. Man wird vom Personal zum Sitzplatz geleitet. Gelangt man in die nach vorn ausgerichtete Sitzreihe, hat man direkten Sichtkontakt zu den zahlreichen Zuschauern die auf einem Pfad in “Deep in Africa” dem Spektakel beiwohnen wollen. Die rückwärtige Sitzreihe hat aber auch ihre Vorzüge. Man schaut am Anfang auf die rückwärtige Fahrgeschäftsverkleidung, doch glaubt mir, das Fahrerlebnis wird in keinster Weise getrübt ....
Das Personal überprüft eure Sitzposition und fährt eine Sicherheitskontrolle durch. Man ist durch den üblichen Überkopfbügel (Schulterbügel) plus einem kurzen Sicherheitsgurt gesichert. Kleiner Tipp am Rande: Streckt euren Bauch etwas raus, die Fahrgeschäftskräfte drücken schon mal gerne kräftig nach.( So beugt man Atemnot, bzw. Beklemmungsgefühlen vor ) Nach der Endkontrolle könnt ihr euch den Bügel dann selbst noch mal justieren. Aber ihr solltet schon darauf achten das ihr fest genug gesichert seid, denn es wirken während der Fahrt, Rotationskräfte bis zu 4 G auf euch ein!! Also, bei entsprechenden Rotationen plus Geschwindigkeit wird man für den Zeitraum der Rotation um ein vielfaches schwerer. Man muss sich mal vorstellen, das Kampfpiloten in Extrem Manövern 4 G meistern müssen, bei voller Kontrolle über den Flieger. Also seid euch also bewusst, hier liegt die ganze Aufgabe buchstäblich auf euren Schultern. Man wird noch aufgefordert alle losen Gegenstände vor sich abzulegen. Macht das auch, ist echt besser. Nun saß man da, es senkte sich die Zugangsplattform, auf einmal schwebten die Füße im Luftraum. Der Raum um einen herum vernebelt sich. Der Adrenalinspiegel steigt fast ins unermessliche. Die Musik und die visuellen Effekte fördern nicht gerade meine Selbstsicherheit. Hier ist richtig großes Kino. Es gibt kein zurück mehr. Hier sind Kräfte am Werk, hier werden Sitzreihen herumgewirbelt, also hier sollte man schon etwas schwindelfrei sein. Vor allem sollte man auf keinen Fall angetrunken oder satt teilnehmen. Nach wenigen Sekunden vergisst man wo oben und unten ist. Doch nach dem ersten 6 fachen Überschlag ist einem das eh egal .... Mann, bin ich froh, den Bügel doch etwas mehr an mich herangezogen zu haben. Nach ca. 2 Minuten hört auch diese Höllentour auf. Wir gelangen sanft in unsere Ausgangsposition. Schweigend und etwas überwältigt nehme ich meine, auf dem Boden liegenden Gegenstände auf und begebe mich leicht schwankend zum Ausgang. Also stelle ich für mich fest, es gibt noch Herausforderungen. Es gibt noch Auszeiten die ich mir nehme, wenn man über 40 Jahre alt ist, muss man alles schon mal neu sortieren. Nach 1 Stunde habe ich mir das Programm noch mal von der anderen Sitzreihe angetan. Talocan hat das gewisse Etwas.
Fotos auf dieser Seite: © Phantasialand Text: Michael Schilke
|