|
Mystery Castle
Einen ungläubigen Blick nach oben, 65 m hoch ragt ein Turm aus der Erde heraus, Gesetze der Schwerkraft sollen dort außer Kraft gesetzt werden, umgeben von mystischen Gestalten und dunklen Gängen. Dort stehe ich nun, am Aufgang zur Burg, kurz vor der Zugbrücke, vor mir Menschen in der Erwartung desgleichen. In diesem Turm soll man 65 m hoch hinaus geschossen werden, wie bei einem Raketenstart. Mir wird mulmig bei der Vorstellung 65 m hoch katapultiert zu werden. Aber ich kann nicht mehr zurück, zu viele Menschen sind schon hinter mir. Ich schaue mich um, auch viele kleine Kinder, so um die 12 Jahre alt sind um mich herum. Sie lachen und sind wissend von dem was einen gleich erwartet. Nun, ich überlege, wenn 12 jährige hier so unbefangen draufgehen, kann das doch eigentlich gar nicht so schlimm sein. Die Menschenschlange bewegt sich stetig vorwärts, und ich gelange an den Eingang der Burg. Sprechende Ritterrüstungen bereiten einem ein gewisses Unbehagen, da geht es schon in das Burginnere. Man geht durch dunkle Gänge in die Bibliothek, schaurig anzusehen in Erwartung auf das was auf einen zukommt. Am Ende der Bibliothek erwartet uns ein schrecklich aussehender Gnom, der einen, wenn man es nicht kennt, schrecklich erschreckt. Es geht weiter eine lange Treppe hinunter, dort wartet man auf die Freigabe auf das ultimative Abenteuer. Gleich danach befindet man sich im Vorraum der Apokalypse. Dort wird man mental auf das bevorstehende Abenteuer vorbereitet. Nach wenigen Minuten öffnet sich der Zugang zum Turm. Ich betrete den Turm, und schaue ehrfurchtsvoll nach oben, ein nicht enden wollender Blick nach oben. Als nächstes fällt mein Blick auf die Passagiersitzreihen, die einen bis an die Spitze des Turms befördern. Das Personal geleitet mich zu meinem Sitzplatz. Wer dieses Spektakel nicht mitmachen will kann den Turm wieder verlassen. Doch ich entschließe mich dazu, diesem Höllenritt beizuwohnen. So nehme ich auf einem der Sitze platz, ziehe den Sicherheitsbügel zu mir runter, viel zu eng wie ich empfinde (bekomme kaum Luft) und warte auf das was kommt. Meine Hände umklammern den Sicherheitsbügel in Erwartung auf den Start. Das Licht im Turm geht aus, und ohne Vorwarnung wird man unter die Turmdecke katapultiert. Ein nicht gekanntes Gefühl durchflutet meinen Körper, diese extreme Beschleunigung. Man wird so dermaßen in den Sitz gepresst, und es geht so rasend schnell nach oben, doch ehe man darüber nachgedacht hat befindet man sich schon unter der Turmdecke. Da ist man nun unter der Turmdecke, froh das der erste Schock vorbei ist, schaut sich die gegenüber sitzenden Passagiere an, und kurz nach unten, doch dann, nach 5 Sekunden, wird man mit exakt der gleichen Geschwindigkeit wieder nach unten geschossen. Der ganze Körper wird nur von den Schultern im Sicherheitsbügel gehalten. (Doch keine Sorge, der Sicherheitsbügel wird zusätzlich noch von einem kleinen Sicherheitsgut zwischen Bügel und Sitz gesichert !!!) Während der Abschussfahrt befindet sich der Popo 5 cm über der Sitzfläche. Hoffentlich knallen wir nicht unten auf, ist mein erster Gedanke; doch kaum habe ich das zu ende gedacht, setzt die Bremswirkung ein und es geht wieder Hinauf, zwar nur zur hälfte und dann wieder runter, aber ich bin beim ersten mal froh, das ich das alles überstanden habe. Danach habe ich erfahren, das dieses Fahrgeschäft mit einer Wirbelstrombremse (Permanentmagnet ) betrieben wird, das heißt, der Schuss nach oben oder unten ist Stromunabhängig, das heißt, selbst wenn ein Stromausfall stattfinden würde, würde das die Sicherheit des Fahrgeschäftes nicht beeinflussen. Nun, ich gehe mit ziemlich zitternden Knien raus. Überwältigt vom neuen Erlebnis, stelle ich mich sofort erneut an. Seitdem habe volles Vertrauen in die Technik, deshalb halte ich mich bei der Abschussfahrt auch nicht mehr fest, der Bügel hält ja schon, ha, ha, ha.....
Fotos auf dieser Seite: © Phantasialand Text: Michael Schilke
|